Kastration ist bei den meisten Tieren üblich und vorteilhaft—sie reduziert Überpopulation und bestimmte Gesundheitsrisiken. Aber Kastration verändert auch Stoffwechsel und Appetit. Viele Halter füttern nach dem Eingriff weiter die gleiche Menge und sind überrascht, wenn ihr Tier zunimmt. Die Lösung ist nicht, den Eingriff zu vermeiden, sondern die Futtermenge anzupassen, damit Ihr kastriertes Tier die richtige Kalorienzahl für seine neue Stoffwechsellage bekommt.
Dieser Artikel erklärt den stoffwechselbedingten Einfluss von Kastration und wie Sie Ihr Tier danach richtig füttern, damit es ein gesundes Gewicht hält und gewichtsbezogene Risiken vermeidet.

Was sich nach Kastration ändert
1. Geringerer Energiebedarf
Die Entfernung der Eierstöcke (Kastration weiblich) oder der Hoden (Kastration männlich) entzieht die Geschlechtshormone (Östrogen, Testosteron). Diese Hormone beeinflussen:
- Stoffwechselrate: Kastrierte Tiere haben oft einen niedrigeren Ruheumsatz—sie verbrennen in Ruhe weniger Kalorien.
- Aktivität: Manche kastrierten Tiere sind etwas weniger aktiv (wenn auch nicht durchgängig).
- Körperzusammensetzung: Es kann die Tendenz geben, mehr Fett einzulagern und weniger fettfreie Masse zu halten.
Ergebnis: Kastrierte Tiere brauchen typischerweise weniger Kalorien pro Tag als intakte Tiere gleichen Gewichts, Alters und Aktivitätslevels. Studien und tierärztliche Leitlinien nennen oft eine Reduktion im Bereich von etwa 20–30 % (z. B. rund 24–30 % je nach Art und Quelle), bei individueller Variation.
2. Appetit kann steigen
Gleichzeitig zeigen manche kastrierte Tiere erhöhten Appetit—sie wollen mehr fressen, genau wenn der Körper weniger braucht. Wenn Sie weiter wie vor dem Eingriff (oder mehr, weil sie betteln) füttern, ist Gewichtszunahme sehr wahrscheinlich.
Nach Kastration also: weniger Kalorienbedarf, möglicherweise mehr Hunger. Portionskontrolle und genaue Kalorienziele werden noch wichtiger.
Warum das zu Gewichtszunahme fĂĽhrt
- Gleiche Portionen wie vorher: Vor dem Eingriff waren die Portionen fĂĽr ein intaktes Tier richtig; danach sind es zu viele Kalorien.
- Verlassen auf Verpackungsempfehlungen: Diese Tabellen berĂĽcksichtigen Kastration nicht und empfehlen oft Mengen, die fĂĽr kastrierte Tiere zu hoch sind.
- Betteln nachgeben: Kastrierte Tiere betteln vielleicht mehr; extra Leckerlis oder größere Mahlzeiten bringen sie über ihren neuen, niedrigeren Kalorienbedarf.
- Keine Neuberechnung: Viele Halter passen die Portionen nach dem Eingriff nie an—langsame Gewichtszunahme über Monate oder Jahre.
Die Lösung ist, die täglichen Kalorien für Ihr Tier als kastriertes Erwachsenes neu zu berechnen und diese Menge mit der Kalorienangabe des Futters zu füttern.
Wie viel weniger fĂĽttern?
Es gibt keine Einheitszahl, aber als Anhalt:
- Hunde: Kastrierte Erwachsene brauchen oft etwa 20–30 % weniger Kalorien als intakte Hunde gleichen Gewichts und Aktivität (manche Quellen nennen rund 30 %). Rasse- und Größenvariationen gibt es.
- Katzen: Kastrierte Katzen haben ein hohes Risiko für Gewichtszunahme; sie brauchen oft etwa 20–30 % weniger Kalorien als intakte Katzen (manche Quellen nennen rund 24 %). Viele Erwachsenenfutter für Katzen sind für kastrierte Katzen formuliert; trotzdem ist Portionskontrolle wichtig.
Am besten einen Tier-Kalorienrechner nutzen, der Kastrationsstatus berĂĽcksichtigt. Unser Rechner wendet einen geringeren Energiebedarf fĂĽr kastrierte Tiere an, sodass die empfohlene Tagesmenge bereits angepasst ist. Dann die Kalorienangabe auf TĂĽte oder Dose nutzen, um in Tassen oder Dosen pro Tag umzurechnen.
Wann anpassen
- Direkt nach dem Eingriff: Sobald Ihr Tierarzt normales Füttern freigibt (oft innerhalb von 24–48 Stunden), auf Portionen für ein kastriertes Tier umstellen, nicht für intakt. Nicht warten, bis die Zunahme sichtbar ist.
- Wenn Ihr Tier bereits übergewichtig ist: Mit dem Tierarzt einen sicheren Abnehmplan abstimmen; das Kalorienziel liegt unter dem Erhaltungsbedarf. Unser Futterplaner kann ein Ziel liefern; Ihr Tierarzt bestätigt es und schließt medizinische Ursachen der Zunahme aus.
- Mit dem Alter: Ältere kastrierte Tiere brauchen möglicherweise noch weniger Kalorien. Körperkondition und Gewicht regelmäßig prüfen und Portionen reduzieren, wenn sie zunehmen.
Weitere Wege zu einem gesunden Gewicht
- An die 10-%-Regel halten: Leckerlis und Extras sollen höchstens 10 % der Tageskalorien ausmachen, damit das Hauptfutter nicht verdrängt wird und die Kalorien nicht schleichen.
- Aktivität beibehalten: Spiel und Bewegung alters- und gesundheitsgerecht fördern. Kastrierte Tiere müssen keine Couchpotatoes sein—Aktivität hilft Kalorien zu verbrennen und Muskulatur zu erhalten.
- Regelmäßig wiegen und beurteilen: Waage und BCS alle paar Wochen nutzen, um Portionen früh anzupassen, wenn sie zunehmen.
Fazit
Kastration senkt den Energiebedarf (oft um etwa 20–30 %) und kann den Appetit steigern. Die gleiche Menge wie vor dem Eingriff zu füttern—oder generischen Verpackungsangaben zu folgen—ist ein Hauptgrund, warum kastrierte Tiere übergewichtig oder adipös werden.
Um Gewichtszunahme zu vermeiden:
- Tägliche Kalorien für Ihr Tier als kastriert neu berechnen (Rechner nutzen, der das berücksichtigt).
- Mit der Kalorienangabe des Futters portionieren.
- Leckerlis auf 10 % begrenzen und Aktivität beibehalten.
- Körperkondition und Gewicht überwachen und bei Bedarf anpassen.
Unser Tier-Futterplaner berücksichtigt den Kastrationsstatus, sodass Sie ein tägliches Kalorienziel erhalten, das den tatsächlichen Bedürfnissen Ihres kastrierten Tieres entspricht—und ihm hilft, dauerhaft ein gesundes Gewicht zu halten.


